Musik und Musiktherapie

Musik bewegt, weckt Erinnerungen und Gefühle und kann diese zum Ausdruck bringen. Sie kann forttragen, umhüllen und nähren, trösten, beruhigen und Ohnmacht lindern. Schwerkranken Patienten kann sie helfen, Ängste, Trauer und Schmerz zum Ausdruck zu bringen. Auch kann sie Gemeinsamkeit und Verbundenheit, ein Gefühl des Aufgehobenseins schaffen. Sie hat die Eigenschaft, Orientierung und Halt zu geben.

Musik öffnet die Tür zum Innersten des Menschen und ermöglicht es, den Zugang zum Gefühlsbereich zu fördern und somit ‚unsagbare‘ oder verdrängte Inhalte zugänglich zu machen. In der letzten Lebensphase kann sie Brücke sein zwischen Leben und Tod, dem Hin- und Herpendeln zwischen beiden Welten. Mithilfe der Musiktherapie können damit verbundene Ambivalenzen und Spannungszustände aufgedeckt, benannt und zusätzlich mit Klang und Musik Ausdruck finden.

Über die Musik entsteht ein sinnlicher, non-verbaler Dialog zwischen Musiktherapeut*in und Klient*in. Musiktherapie fördert tiefe Entspannungszustände und kann somit helfen, seelische sowie körperliche Spannungen zu lösen und die Selbstheilung anzuregen.

Klang und Stille

«Musik beginnt nicht mit dem ersten Ton, sondern
mit der Stille davor. Und sie endet nicht mit dem letzten Ton,
sondern mit dem Klang der Stille danach»
—  Giora Feidman

Aus der Stille wird der Klang geboren und daraus Musik, die da ist, vergeht und in die Stille zurückkehrt. Klänge können einen zu sich selbst, in seine eigene Mitte führen. Vom Aussen ins Innen, vom Denken ins Hören und zurück zum Jetzt.

Klang, bewusstes Wahrnehmen, achtsame Präsenz und die sich daraus ausbreitende geistige Ruhe sind der Gegenpol von Aktion, Chaos und Stress. Ein Klangereignis vergeht und wird zu Stille, welche nachklingt, nährt, Sinn erschliesst und den Zugang zur Intuition herstellt.
Gerade obertonreiche Klänge, die mit Stimme, Monochord, Gong, Klangschalen, Hang, … erschaffen werden, können die spirituelle Seite unseres Seins anregen und beflügeln. Und das ist bis ganz zum Schluss möglich, denn das menschliche Ohr stirbt als eines der letzten Organe.

Im Alltag und Berufsleben führt der Verlust von Stille – wie sie als Pause auch in der Musik essentiell ist – zu einer Überreizung der Sinne und zu Erschöpfung. Ein bewusst gestalteter Raum mit Klang und Stille stellt das Gleichgewicht wieder her. Diese wohltuende schöpferische Pause ist wie eine Insel inmitten des tobenden Ozeans. Sie erfrischt, erholt, zentriert und verhilft dazu, seine Kräfte zu bündeln.

Angebot

Mobile Musiktherapie

Ausgestattet mit einem ausgewählten Grund-Instrumentarium kann ich Sie im Raum Luzern besuchen. Ob in Ihrer Firma – für eine Klang- & Stille-Pause zur Rekreation – oder zuhause bei Ihnen bzw. Ihren Angehörigen, wenn die eingeschränkte Mobilität Reisen ausser Haus nicht mehr erlaubt – speziell in palliativen Pflegesituationen.

Dazu biete ich musikalische Begleitung für Trauerfeiern / -gottesdienste, ganz den Wünschen und Vorstellungen der Angehörigen angepasst oder mit eigenen Ideen, nach Möglichkeit auch in Absprache resp. abgestimmt mit der Seelsorge.

Stationäre Musiktherapie

Momentan biete ich in mehreren Institutionen mein musiktherapeutisches Angebot an: Hospiz Zentralschweiz, Schweizer Paraplegiker-Zentrum, VIVA Luzern Rosenberg,

Abrechnung & Termine

Meine therapeutische Arbeit ist EMR RME . (Erfahrungs-Medizinisches Register) anerkannt. So können Sie die Kosten der Behandlung von Ihrer Krankenkassen-Zusatzversicherung zurückerstatten lassen.
Bei Interesse fragen Sie mich bitte direkt an, ich kann Ihnen die Modalitäten und mögliche freie Daten nennen.

Klang-Aufnahmen

Immer wieder werde ich gefragt, ob es Aufnahmen gibt vom Körper-Monochord oder dem Hang. Natürlich gibt es einen grossen Unterschied zum Klangerleben vor Ort: Die Improvisation entsteht dann aus dem Moment heraus, wird auf die/den zu Behandelnde/n abgestimmt und die Anwesenheit und Schwingungen entfalten sich und wirken nochmal ganz anders.

Melchior Brunner Körpermonochord
Körper-Monochord (hergestellt von holzklang)
… mit Obertongesang
… mit Unter- und Obertongesang
RAV Vast ganz
Hang-Drum
Gitarre & Gesang: «Die Strass won i dran wohne» (Mani Matter)
Indianische Flöte
Piano, Gitarre, Bass & Gesang: «Irish Blessing»

Über mich

Melchior Brunner

  • Klinischer Musiktherapeut MAS ZFH, SFMT (Berufs-Fachverband)
  • DrumPower-Kursleiter, FMZ München
  • Palliativ-Spirituelle Fortbildung «Ars vivendi – Ars moriendi» (D)
  • Fachausbildung «Stressbewältigung und Achtsamkeit» (D)
  • Ehemann und Vater zweier Kinder
  • Sekundarlehrer PHZ
  • Typograf

Medien & Publikationen

  • Interview & Reportage im «MUT-Magazin» des Hospiz Zentralschweiz, Ausgabe März 2022
  • Masterarbeit «Musiktherapie in Hospiz- & Palliative Care: Möglichkeiten und Bedingungen von Wandlung»
  • Literaturarbeit «Musiktherapie in der Palliative- und Hospizarbeit»