Klang und Stille

«Musik beginnt nicht mit dem ersten Ton, sondern
mit der Stille davor. Und sie endet nicht mit dem letzten Ton,
sondern mit dem Klang der Stille danach»
—  Giora Feidman

Aus der Stille wird der Klang geboren und daraus Musik, die da ist, vergeht und in die Stille zurückkehrt. Klänge können einen zu sich selbst, in seine eigene Mitte führen. Vom Aussen ins Innen, vom Denken ins Hören und zurück zum Jetzt.

Klang, bewusstes Wahrnehmen, achtsame Präsenz und die sich daraus ausbreitende geistige Ruhe sind der Gegenpol von Aktion, Chaos und Stress. Ein Klangereignis vergeht und wird zu Stille, welche nachklingt, nährt, Sinn erschliesst und den Zugang zur Intuition herstellt.
Gerade obertonreiche Klänge, die mit Stimme, Monochord, Gong, Klangschalen, Hang, … erschaffen werden, können die spirituelle Seite unseres Seins anregen und beflügeln. Und das ist bis ganz zum Schluss möglich, denn das menschliche Ohr stirbt als eines der letzten Organe.

Im Alltag und Berufsleben führt der Verlust von Stille – wie sie als Pause auch in der Musik essentiell ist – zu einer Überreizung der Sinne und zu Erschöpfung. Ein bewusst gestalteter Raum mit Klang und Stille stellt das Gleichgewicht wieder her. Diese wohltuende schöpferische Pause ist wie eine Insel inmitten des tobenden Ozeans. Sie erfrischt, erholt, zentriert und verhilft dazu, seine Kräfte zu bündeln.